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Sie möchten sich mit Ihrem Unternehmen im Vereinigten Königreich niederlassen? Oder Sie haben ein Unternehmen im Vereinigten Königreich und fragen sich, ob Sie im Zusammenhang mit dem Brexit besser in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) umsiedeln sollten? Eine Unternehmensniederlassung im Vereinigten Königreich ist zurzeit recht einfach, doch infolge des Brexit gelten dafür zusätzliche Anforderungen. Die britische Regierung hat einen Stufenplan für die Ansiedlung von Unternehmen im Vereinigten Königreich herausgegeben. Änderungen aufgrund des Brexit gibt es insbesondere bei den Anforderungen für die Eintragung von Unternehmen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website der britischen Regierung.

Vom Vereinigten Königreich in die EU

Wenn Sie bereits ein Unternehmen im Vereinigten Königreich haben, kann es sich lohnen, Ihr Unternehmen wegen des Brexit in einen EU-Mitgliedstaat umzusiedeln. Vor allem britische Medienunternehmen, die Ihre Senderechte in der EU sichern möchten, müssen in einen EU-Mitgliedstaat umsiedeln, da sie ihr Programm seit dem Brexit nicht mehr frei auf das europäische Festland senden dürfen. Auch für andere Unternehmen im Vereinigten Königreich kann es wichtig sein, in einen EU-Mitgliedstaat umzusiedeln, um dadurch weiterhin von den Vorteilen des EU-Binnenmarkts zu profitieren. Für eine Niederlassung in den Niederlanden spricht, dass die Niederlande: (I) ein flexibles Gesellschaftsrecht haben, (ii) die Möglichkeit eines „One-Tier-Board“ nach angelsächsischem Vorbild vorsehen und (iii) ein günstiges Steuersystem für Unternehmensniederlassungen bieten.

Von der EU in das Vereinigte Königreich

Juristische Personen mit Sitz in der EU können dank Niederlassungsfreiheit ihre Tätigkeiten vollumfänglich in einem anderen als dem Mitgliedstaat des Sitzes ausüben. Dieser andere Mitgliedstaat darf dem Unternehmen aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein ausländisches Unternehmen handelt, keine zusätzlichen Pflichten auferlegen. Britische Gesellschaften können sich allerdings wegen des Brexit nicht mehr auf die Niederlassungsfreiheit berufen und müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen, die der niederländische Gesetzgeber gemäß dem Gesetz über formal ausländische Gesellschaften (Wet op de formeel buitenlandse vennootschappen) an ausländische Unternehmen stellt. Dieses Gesetz wird wahrscheinlich für Unternehmen gelten, die im Vereinigten Königreich gegründet wurden, ihre Tätigkeiten (nahezu) vollständig in den Niederlanden ausüben, aber keine tatsächliche Verbindung zum Vereinigten Königreich haben.

Dann gelten u. a. die folgenden Pflichten: (i) die Pflicht zur Meldung bei der Handelskammer, dass die Gesellschaft die gesetzliche Beschreibung einer formal ausländischen Gesellschaft erfüllt, (ii) die Angabe des vollständigen Namens, der Rechtsform und des satzungsgemäßen Sitzes sowie die Angabe, dass die Anforderung der formal ausländischen Gesellschaft erfüllt ist, auf sämtlichen Unterlagen, Schriftstücken in Papierform und Ankündigungen sowie (iii) die Aufstellung und Hinterlegung eines Jahresabschlusses und eines Lageberichts beim Handelsregister gemäß den gesetzlichen Vorschriften für niederländische juristische Personen. Wichtig für Geschäftsführer ist, dass sie neben der Gesellschaft gesamtschuldnerisch für jedes Rechtsgeschäft, durch welches die Gesellschaft verpflichtet wird, haften, bevor im Handelsregister eingetragen ist, dass die Gesellschaft eine formal ausländische Gesellschaft ist.

Mehr über die aktuellen Entwicklungen erfahren Sie immer auch auf unserer Website.

Weitere Informationen

Sie wünschen weitere Informationen über die Folgen des Brexit? Die finden Sie auf unserer Brexit-Seite.

März 2021